Afghanistan: Zwischen Krieg und Wiederaufbau

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Flagge AfghanistansAfghanistan: Seit acht Jahren tobt in dem asiatischen Land ein nicht enden wollender Bürgerkrieg. Der Militärschlag der US-Amerikaner und ihrer Verbündeten gegen das Taliban-Regime demonstrierte zwar militärische Überlegenheit, für Frieden sorgte er jedoch nicht. Im Gegenteil: 2010 ist das Land am Hindukusch teilweise gefährlicher als zuvor. Und das bekommen auch die Soldaten der Bundeswehr zu spüren. Ab morgen wird in Afghanistan erneut über Frieden, Sicherheit und Entwicklung beraten - auf der "Kabuler Konferenz zur Zukunft Afghanistans".

Entwicklungspolitishe Akteure sehen sich in dem Land mit ganz besonderen Herausforderungen konfrontiert - ihre Arbeit können sie oft nur unter militärischem Schutz durchführen. Die Grenzen zwischen militärischem und zivilem Engagement verwischen zunehmend. Da stellt sich die Frage: Wo endet Krieg, wo fangen zivile Maßnahmen zum Wiederaufbau des Landes an?

Holger Haibach (MdB), entwicklungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, antwortet darauf in einer Pressemitteilung: "Solange ISAF noch in Afghanistan aktiv ist, spielt das Militär eine wichtige Rolle bei der Absicherung des zivilen Wiederaufbaus", so Haibach mit Verweis auf eine Studie des BMZ in Kooperation mit der Freien Universität Berlin. Demnach seien Erfolge in Afghanistan besonders dort zu verzeichnen, wo militärische und zivile Kräfte eng zusammenarbeiten.

Damit übrt Haibach auch Kritik an VENRO, dem Dachverband entwicklungspolitisher Nichtregierungsorganisationen in Deutschland. VENRO lehnt eine Zusammenarbeit mit militärischen Kräften ab. Denn dadurch würden sie letztlich an Glaubwürdigkeit und Legitimität als unabhängige Wiederaufbauhelfer verlieren. Entwicklungshelfer würden durch die Kooperation mit militärischen Kräften zudem verstärkt ins Fadenkreuz der Terroristen gelangen.

Letzlich bleibt zivile Wiederaufbauhilfe vor allem auch dadurch wichtig und notwendig, weil sie sich gerade von militärischen Aktionen abhebt, weil sie den Übergang von Krieg zum Frieden ebnet, weil sie auf Vertrauen in der Zivilbevölkerung setzt und jede Form nichtfriedlicher Auseinandersetzung ablehnt. Zivile Entwicklungszusammenarbeit kann nur funktionieren, wenn sie auch zivil bleibt. Sie mit Waffengewalt zu unterstützen, wäre geradezu kontraproduktiv.

Auf der Sicherheitskonferenz in Afghanistan wird es auch um diese Fragen gehen. Acht Jahre militärischer Befriedungsversuche haben jedenfalls kaum zu Erfolgen geführt. Die Bedeutung ziviler Kräfte ist daher umso höher einzuschätzen - auch auf der Konferenz in Afghanistan.

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