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Relaunch der BMZ-Internetseite: bürgernäher im Netz?
Deutschland kommt seinen internationalen Verpflichtungen zur Entwicklungszusammenarbeit nicht nach. Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) begründete dies erst vor einiger Zeit mit der aktuellen Haushaltslage. Wenn es der deutschen Wirtschaft schlecht geht, wird also auch das Geld knapp für Wiederaufbau, Good Governance und Umweltschutz in Afrika, Asien und Lateinamerika. Gleichzeitig leistet sich das BMZ eine neue Außendarstellung: Die Internetseite wurde rundum erneuert - mit Entwicklungshilfegeldern (ODA), versteht sich. Wozu, mag sich der Steuerzahler fragen.
Seit dem 6. August ist sie nun also offiziell online: die komplett neu gestaltete Internetseite des BMZ. "Modern und bürgernah" soll sie sein, so der Staatssekretär im BMZ Hans-Jürgen Beerfeltz auf seiner Homepage. Was ist dran an den Versprechungen? Auf den ersten Blick wirkt die neue Seite überladen, etwas verspielt und alles andere als übersichtlich. Gleich auf der Startseite wird man mit Navigationsleiste, Kontaktleiste, Bild-Navigation, Meldungen, Infos zum Minister und einigen weiteren Menü-Punkten regelrecht erschlagen.
Auch danach bleibt die Freude gedämpft: Der "Mitmachen!"-Bereich wirkt noch am interessantesten, schreckt aber promt durch ein langes Grußwort des Ministers ab, anstatt lebhaft Möglichkeiten des Engagements aufzuzeigen. Bei Artikeln zu Ländern und Themen wüsste man gern, wann sie geschrieben wurden - wirkliche Funktionalität Fehlanzeige. Und was an der neu gestalteten Seite nun bürgernäher sein soll, bleibt rätselhaft. Die Agentur babiel hebt dazu stolz die Einbindung in soziale Dienste hervor: "Über die Lesezeichenfunktion am Ende jeder Seite wird der unmittelbare Weg zu den populärsten Diensten angeboten, etwa Facebook: Finde ich gut!" Loben kann man also, aber kritisieren, mitdiskutieren, anmerken, offen reden über die Themen und Inhalte der deutschen Entwicklungspolitik? Nicht auf der Internetseite des BMZ.
Was sich verändert hat, sind die Farben: Aus dem Rot und Umbra der SPD wurden ein dunkles Grau und ein etwas bräunlich wirkendes Gelb. Klar, dass sich ein FDP-Minister nicht lange mit rot zufriedengeben konnte - auch wenn er das so wohl kaum zugeben wird.
Immerhin, ganz wurde der Inhalt vielleicht doch nicht vergessen: "Weitere interaktive Elemente werden in den nächsten Monaten Einzug halten und eine Plattform für zivilgesellschaftliches Engagement in der Entwicklungspolitik bieten", so Beerfeltz auf seiner Homepage. Bleibt zu hoffen, dass diesen Worten auch wirklich Taten folgen und damit ein offener, aber auch kritischer Dialog in Gang gesetzt wird - über entwicklungspolitische Wege und Ziele.
Einen eigenen Eindruck verschaffen kann man sich auf www.bmz.de.

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