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Weltwärts gehen! - Freiwilligendienst für junge Erwachsene
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Viele junge Menschen haben Interesse an einer ehrenamtlichen Arbeit in Entwicklungsländern. Die Zahl entsprechender Anfragen an das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) überstieg in der Vergangenheit bei weitem das Angebot. Das BMZ hat daher den neuen, aus öffentlichen Mitteln geförderten Freiwilligendienst „weltwärts“ ins Leben gerufen. Weltwärts ist Anfang 2008 gestartet und wird langfristig pro Jahr etwa 10.000 junge Freiwillige in Projekte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit entsenden. Die praktische Umsetzung erfolgt über die bestehenden Strukturen der deutschen Hilfsorganisationen oder Kommunen, die in der Entwicklungszusammenarbeit aktiv sind und bereits heute flexibel und unbürokratisch junge Freiwillige in ihre Projekte entsenden. Willkommen ist auch die Beteiligung von neuen und kleinen Organisationen. | Völkerverständigung und NachwuchsförderungDie Projekte und Programme in den Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit werden unmittelbar von der Mitarbeit und dem Engagement der hoch motivierten jungen Freiwilligen profitieren. Durch die öffentliche Förderung des Freiwilligendienstes werden bei den beteiligten Hilfsorganisationen Mittel frei, die für die Unterstützung der Partner vor Ort eingesetzt werden können. Hier in Deutschland leistet der Freiwilligendienst einen Beitrag zur entwicklungspolitischen Informations- und Bildungsarbeit. Er trägt zur Völkerverständigung bei und dient außerdem der Nachwuchsförderung. Junge Menschen erhalten die Gelegenheit, sich aktiv mit entwicklungspolitischen Zukunftsfragen auseinanderzusetzen. Neben Sprachkenntnisse erwerben die Freiwilligen interkulturelle Kompetenzen, die in einem zunehmend globalisierten Arbeitsmarkt sehr wertvoll sind. Da der Freiwilligendienst für die TeilnehmerInnen kostenlos ist, erhalten auch junge Menschen aus einkommensschwachen Familien die Chance, sich international zu engagieren. Die bisher schon bestehenden Freiwilligendienste, die von privaten Trägern angebotenen werden, sind häufig mit hohen Kosten für die Teilnehmer verbunden. | Die Ziele von weltwärts„Lernen durch tatkräftiges Helfen“ ist das Motto des Freiwilligendienstes. weltwärts soll das Engagement für die Eine Welt nachhaltig fördern und versteht sich als Lerndienst, der jungen Menschen einen interkulturellen Austausch in Entwicklungsländern ermöglicht. Durch die Arbeit mit den Projektpartnern vor Ort in den Entwicklungsländern sollen die Freiwilligen unter anderem lernen, globale Abhängigkeiten und Wechselwirkungen besser zu verstehen. Den Projektpartnern soll der Einsatz im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe zugute kommen. weltwärts soll gegenseitige Verständigung, Achtung und Toleranz fördern: Gemeinsames Arbeiten und Lernen kennt weder Rassismus noch Ausgrenzung. Der neue Freiwilligendienst wird einen wichtigen Beitrag zur entwicklungspolitischen Informations- und Bildungsarbeit leisten und den Nachwuchs im entwicklungspolitischen Berufsfeld fördern. | Anforderungen an die BewerberDer Freiwilligendienst soll einem möglichst großen Kreis junger Erwachsener offen stehen. Folgende Anforderungen müssen jedoch erfüllt sein:
Freiwillige verpflichten sich, an allen begleitenden Veranstaltungen teilzunehmen (12 Vorbereitungstage, 5 Tage als Zwischenseminar vor Ort, 5 Tage nach der Rückkehr und 3 von der Entsendeorganisation flexibel einsetzbare Tage) sowie regelmäßige Berichte und eine abschließende Projektbeschreibung zu verfassen. Die Entsendeorganisationen stellen je nach Projekt gegebenenfalls weitere Anforderungen an die Bewerberinnen und Bewerber. | Entwicklungspolitisches EngagementDie Bereitschaft zum entwicklungspolitischen Engagement ist sowohl vor als auch nach dem Auslandseinsatz erwünscht. Für ein entwicklungspolitisches Engagement vor dem Auslandsaufenthalt stellen die Entsendeorganisationen unterschiedliche Angebote bereit: Zum Beispiel die Präsentation eines Projekts in der Öffentlichkeit, das Verfassen von Projektberichten für regionale Zeitungen oder die Betreuung eines Informationsstands bei einer Veranstaltung. Ein solches Engagement ist ausdrücklich erwünscht. Nach dem Auslandsaufenthalt werden vor allem im Rahmen der Nachbereitungsseminare Möglichkeiten zu einem weiterführenden Engagement angeboten. Dabei kann auch der weltwärts-Fonds finanzielle Unterstützung bieten. | Wer organisiert den Einsatz?Die Gesamtverantwortung für das Gelingen des Freiwilligendienstes liegt bei den so genannten Entsendeorganisationen. Als solche kommen Kommunen und alle gemeinwohlorientierten Hilfsorganisationen mit Sitz und Geschäftsbetrieb in Deutschland in Frage, die fachlich, personell und organisatorisch in der Lage sind, die festgelegten Qualitätsstandards zu erfüllen. Die Entsendeorganisationen sind das Bindeglied zwischen den Freiwilligen und den Projektträgern vor Ort, mit denen sie eng und partnerschaftlich zusammenarbeiten.
Die Entsendeorganisationen müssen einen jährlichen Geschäfts- und Finanzbericht vorlegen. Außerdem verfassen sie einen Erfahrungsbericht über die geleistete Arbeit der Freiwilligen. In Zusammenarbeit mit trägerübergreifenden Beratungsinstitutionen und den Partnerorganisationen stellen sie eine kontinuierliche Qualitätsentwicklung sicher. | Wie läuft der Einsatz ab?Die Einsatzdauer kann zwischen 6 und 24 Monaten betragen, die Regeldauer beträgt 12 bis 18 Monate. Die Entsendung ist grundsätzlich in alle Entwicklungsländer nach der OECD-Länderliste möglich, wobei afrikanische Staaten besonders berücksichtigt werden sollen. In Frage kommen Projekte in den entwicklungspolitischen Schwerpunktbereichen Armutsbekämpfung, Bildung, Gesundheit, Ernährungssicherung, Not- und Übergangshilfe, Umwelt- und Ressourcenschutz, Wasser, Menschenrechte, Demokratieförderung und Jugendbeschäftigung. | Betreuung der Freiwilligen vor Ort
Freiwillige werden nur an Projektträger vermittelt, die einen ausdrücklichen Bedarf anmelden. Eine angemessene Einarbeitung, Beschäftigung und Betreuung muss gewährleistet sein. Es dürfen keine Erwerbsarbeitsplätze durch Freiwillige ersetzt werden. Außerdem muss die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Projekts in einem angemessenen Verhältnis zur Zahl der Freiwilligenplätze stehen. | Finanzielle und rechtliche Unterstützung
Der Einsatz erfolgt für die Freiwilligen kostenlos, sie müssen weder Vermittlungsgebühren noch Aufwandsentschädigungen zahlen. Sie erhalten von den Entsendeorganisationen ein monatliches Taschengeld von mindestens 100 Euro sowie eine angemessene Unterkunft, Verpflegung und die Reisekosten. Von den ausgewählten Freiwilligen wird erwartet, dass sie die Organisationen bei der Informations- und Bildungsarbeit und bei der Spendenakquise für das Freiwilligenprogramm unterstützen. Das Einbringen von Spenden ist jedoch keine Voraussetzung für die Teilnahme am Freiwilligendienst und hat keinen Einfluss auf die Auswahl oder die Gestaltung des Einsatzes. Die Freiwilligen sind für die Zeit ihres Auslandsaufenthalts abgesichert. Der Versicherungsschutz umfasst Auslandskrankenversicherung, Unfall-, Pflege-, Haftpflicht- und Rücktransportversicherung. Für die Aufrechterhaltung des Kranken- und Pflegeversicherungsschutzes in Deutschland sind die Freiwilligen selbst verantwortlich. Die finanzielle Förderung durch das BMZ umfasst bis zu 75 Prozent der Ausgaben eines Freiwilligeneinsatzes, mindestens 25 Prozent müssen die Entsendeorganisationen aus Eigenmitteln aufbringen. Einrichtungen, die die Kriterien und Standards des Freiwilligendienstes nicht einhalten, werden von der Förderung ausgeschlossen. Der Freiwilligendienst kann anstelle des Zivildienstes nach Paragraf 14b Zivildienstgesetz als sogenannter anderer Dienst im Ausland geleistet werden, soweit die für den Freiwilligendienst erforderlichen Kriterien und die nach Paragraf 14b Zivildienstgesetz erforderlichen Kriterien erfüllt werden. Auch der Kindergeldanspruch soll während des Auslandsaufenthalts gesetzlich gesichert werden. Die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) erkennt den Einsatz als Wartezeit an. |
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